Ahnenheilung

Was geschieht nach dem Tod mit der Seele?
[1] Jeder von uns hat Ahnen, die meisten haben jedoch keinen Zugang dazu.

Wir alle haben Vorfahren. Wir alle haben Ahnen. Aber nur die wenigsten von uns (im Westen) haben Zugang zu der Kraft und Weisheit, die uns aus dem Familiensystem zusteht.

Ahnen sind verstorbene Vorfahren, die seelisch nach ihrem Tod angekommen sind und sich in einem guten, weisen und energiereichen Zustand befinden. Wie eine weise, kluge und fürsorgliche Großmutter, die uns mit gutem Essen nährt, immer einen wertvollen Rat für uns hat und einfach da ist, wenn wir sie brauchen.

Die meisten Verstorbenen in unserem Kulturkreis jedoch erreichen diesen Zustand nicht. Dies hat unterschiedliche Ursachen, deren gemeinsame Wurzel in unserer Kultur und unserem Verständnis und Umgang mit dem Tod liegt.
Der Tod ist ein Tabuthema ist unserer Gesellschaft. Wer schon einmal in Trauer war, kann dies bezeugen. Es gibt kaum einen Raum für uns westliche Menschen, in dem wir unsere Trauer ungefiltert fühlen und zeigen dürfen. Wir haben im Grunde genommen keine Rituale, um die Seele des Verstorbenen nach dem Tod zu begleiten (Beerdigungen sind für viele Menschen zu steif und distanziert, um diese Aufgabe zu erfüllen). Wir haben keine Sprache mehr, um detailliert über den Tod, die Seele und ihre Reise nach dem Tod zu sprechen. Wir haben keine Ahnung mehr, einfach weil wir mit unseren Ahnen nicht mehr verbunden sind.


"Wenn wir leben, träumen wir, wenn wir sterben, dann wachen wir auf."

Amelie Sofie Eck im Alter von 4 Jahren


Da es sich bei den meisten Verstorbenen nicht um weise und segensreiche Ahnen handelt, ist von einem Kontakt mit den Verstorbenen abzuraten. Die Seele der Verstorbenen bleibt sehr oft in einer Art Zwischenraum hängen. Das bedeutet sie kommt nicht am Zielort (dem Ahnenreich oder im "Licht") an. Und solange die Seele im Zwischenraum festhängt, kann sie uns nicht unterstützen, sondern ist in der Regel selbst bedürftig und braucht Hilfe. Zuerst müssen wir den Verstorbenen dabei helfen, selbst im Ahnenreich anzukommen ("Psychopomp-Arbeit"), damit die Energie im Familiensystem wieder nach vorne, zu uns Lebenden, fließen kann. Und erst dann ist es sinnvoll, sich mit seinen Ahnen zu verbinden.

Themen wie Sucht, Depression, Missbrauch, Gewalt liegen oft im Familiensystem.
[2] Oft stellt das Familiensystem eher eine Belastung als eine Bereicherung dar.

Die Ahnenheilung steht oft dann an, wenn man mehrfach an einem Thema gearbeitet hat und einfach nicht weiterkommt. Dann ist es ratsam, sich zu fragen, ob das Problem nicht vielleicht schon viel älter als man selbst. In der Regel zeigen sich hartnäckige Themen als wiederkehrendes Muster, das über Generationen hinweg besteht.
Sobald die Heilarbeit für die entsprechende Ahnenreihe abgeschlossen ist, zeigen sich tiefe Veränderungen in der Familienstruktur und auch in einem selbst.


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[1] Lizenzfrei, Photo by Rod Long on Unsplash

[2] Lizenzfrei, Photo by Annie Spratt on Unsplash