Traumatisches Geburtserlebnis

Aufarbeitung von traumatischen Geburtserlebnissen
Geburten können tiefe seelische Narben hinterlassen [1]

Leider ist nicht jeder Start ins Leben ein Erlebnis, das uns als Ereignis der Freude in Erinnerung bleibt. Komplikationen vor, während oder gar nach der Geburt können tiefe seelische Narben und Ängste hinterlassen. Manchmal war es aber auch nur ein einziger Satz vonseiten des medizinischen Personals, der verunsichert oder gar verletzt hat.

 

Oder die Eltern haben sich erschreckt, obwohl medizinisch betrachtet alles in Ordnung war. Durch meine Tätigkeit als Hebamme im Kreißsaal weiß ich, wie schockierend z.B. abfallende Herztöne sein können.

 

Ich weiß wie invadierend wir als medizinisches Personal oft sind und sein müssen, um im besten Willen für Mutter und Kind zu handeln. Ein Not-Kaiserschnitt beispielsweise kann dazu beitragen, dass Mutter und Kind gesund aus der Geburt hervorgehen. Für die Eltern ist ein solcher Kaiserschnitt jedoch oft ein innerlicher Schock. Es muss natürlich bei einem Not-Kaiserschnitt alles ganz schnell gehen. Es bleibt wenig oder gar keine Zeit für Erklärungen, Väter werden nichtsahnend vor den Kreißsaal gebeten und erwarten manchmal das Schlimmste.

 

Nach der Geburt überwiegt in der Regel die Dankbarkeit und die Erinnerung an das Geschehen wird zunächst verdrängt. Leider bietet der normale Krankenhausbetrieb auch wenig Raum für klärende oder aufarbeitende Gespräche. In der Nachsorge versuchen wir Hebammen natürlich solche Themen anzusprechen, manchmal ist aber auch dafür bei den Hausbesuchen keine Zeit, weil es so viel andere Dinge gibt, die gerade wichtig sind. Oder man kann noch gar nicht darüber sprechen, weil es einfach noch nicht an der Zeit ist.

 

Einige Beispiele für Erlebnisse rund um das Thema Geburt, die seelisch belastend wirken können:

  • Komplikationen in der Schwangerschaft, z.B. Schwangerschaftsvergiftung, vorzeitige Wehen u.a.
  • Frühgeburt
  • Fehlgeburt
  • Lange Geburt
  • großer Blutverlust
  • Komplikationen / Erkrankungen beim Kind
  • Eiliger oder Not-Kaiserschnitt
  • Vaginal-operative Geburt: Zange, Saugglocke
  • andere Erlebnisse, die du als schlimm empfunden hast
  • eine Geburt, die einfach als enttäuschend empfunden wurde und nicht den Erwartungen entsprach

Meist, wenn sich eine derartige Erinnerung meldet, wird sie wieder verdrängt: "Es ging ja letzten Endes alles gut, es sind ja alle gesund" - mithilfe solcher Gedanken wird die Aufarbeitung dann wieder hinausgeschoben. Belastet dich eine solche Erinnerung, so empfiehlt sich das Erlebte aufzuarbeiten.

 

Ein Gespräch darüber, was passiert ist, wie du es empfunden hast und wie es dich im Nachhinein geprägt hat, ist ein erster Schritt in eine ganzheitliche Heilung, um mit dem Erlebten Frieden schließen zu können. Ob sich eventuell danach eine Behandlung empfiehlt, können wir im Gespräch herausfinden. Auch hier gilt: Mein Angebot gilt für Männer und Frauen.

 

Gerade dann, wenn eine Traumatisierung stattgefunden hat, empfehle ich Klopfakupressur/ EFT als Behandlungsmethode, denn sie zeigt hervorragende Studienergebnisse bei Traumatisierten - auch bei einer posttraumatischen Belastungsstörung. Während einer solchen Sitzung kann man das Erlebte "verpacken", es muss also NICHT alles nochmal von vorne erzählt werden, um das Trauma aufzulösen.

Die Klopfakupressur lässt sich sehr gut mit Hypnose kombinieren. Meiner Erfahrung nach reichen 2-3 Behandlungen aus, um sich von dem Erlebten zu befreien. Meine Begleitung ist immer individuell und richtet sich nach den Bedürfnisse und Wünschen des Klienten.

 

Mehr zum Thema "Wenn Geburten seelische Narben hinterlassen" kannst du hier im Blogartikel lesen.

 

Ps. Ich weiß selbst, wie überlastet das medizinische Personal ist und möchte hier keinesfalls Vorwürfe aussprechen. Der Spagat zwischen guter, menschenwürdiger Pflege und den sog. "Kosteneinsparungen" ist manchmal einfach unmöglich. Ich habe tiefen Respekt vor meinen Kollegen/innen, die trotz aller Herausforderungen eine wertvolle Arbeit leisten. Die Verantwortung für die Überlastung liegt natürlich nicht beim medizinischen Personal. Das ist jedoch ein ganz anderes Thema und möchte an anderer Stelle erörtert werden.

Bildnachweis: 

[1] Photo by Patricia Prudente on Unsplash